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Obwohl in den letzten Jahren Textilkombis immer weiter auf dem Vormarsch sind und bezogen auf den Tragekomfort, gerade im Sommer, Vorteile bieten, ist die Schutzwirkung einer guten Lederkombi nach wie vor unerreicht. Bei den Lederkombis wiederum liegt der Zweiteiler mit einem Marktanteil von knapp 90% einsam an der Spitze. Er erlaubt, im Gegensatz zum Einteiler für die gebückte Racingfraktion, sich bei Pausen zumindest der Jacke zu entledigen und auch das nachkommen allzu menschlicher Bedürfnisse geht hier bedeutend bequemer vonstatten. Wer sich zum Kauf einer neuen Kombi entschieden hat, sollte zuerst einmal seine persönlichen Bedürfnisse genau analysieren. Fahre ich das ganze Jahr über oder nur in den Sommermonaten? Bin ich eher der “Blümchenpflücker” oder will ich gelegentlich auch einmal einen Abstecher auf die Rennstrecke wagen? Wie viel ist mir meine persönliche Sicherheit wert (bzw. was kann und will ich mir leisten)? Schließlich ist die Kombi die Knautschzone des Motorradfahrers. Will ich eine Kombi von der Stange oder lieber eine Maßanfertigung? Der nächste Schritt ist die Suche nach der passenden Kombi. Hier bieten die großen Handelsketten wie Polo, Gericke, Louis usw. eine große Auswahl an Kombis im unteren und mittleren Preissegment. Die bekannten Hersteller wie Schwabenleder, Alpinestars, Harro, Dainese, usw. sind dagegen eher im oberen Segment angesiedelt. Neben der Austattung, Verarbeitung, Schutzwirkung usw. ist hier sicherlich auch das Aussehen ein kaufentscheidendes Kriterium. Wichtigster Abschnitt beim Kombi-Kauf ist sicherlich die Anprobe. Das eine Kombi heutzutage mit ordentlichen geprüften Protektoren ausgestattet sein sollte, setze ich jetzt einfach mal voraus. Eine gut sitzende, passgenaue Kombi erhöht die Schutzwirkung nicht nur allein dadurch, das die Protektoren im Falle eines Falles bleiben, wo sie sind und nicht verrutschen, sondern auch durch den Tragekomfort. Man fühlt sich in einer gut sitzenden Kombi bedeutend wohler und dies erhöht die Konzentrationsfähigkeit und verringert somit das Unfallrisiko. Also für die Anprobe viel Zeit nehmen und auch den Details genügend Aufmerksamkeit schenken. Die Kombi soll natürlich nicht im Stehen passen. sondern in der individuellen Fahrhaltung. Das diese auf einem Tourer anders aussieht als auf einer Rennsemmel dürfte klar sein. Deshalb empfiehlt es sich die eigene Maschine zum Kauf mitzunehmen und die Kombi direkt auf dem Bike zu testen. Im Notfall reicht auch ein Stuhl, auf dem die Fahrhaltung nachgeahmt wird. Der Einstieg in die Kombi sollte ohne größere Kraftanstrengungen vonstattengehen. Zur Anprobe die Klamotten unter der Kombi tragen, die man gewöhnlich auch auf dem Bike trägt. Eventuell Rückenprotektor nicht vergessen. Der Verbindungsreißverschluss beim Zweiteiler sollte möglichst lang sein und im Idealfall komplett um die Kombi laufen. Eine gut sitzende Kombi sollte dann im Brust- und Schulterbereich keine Falten werfen, im Rücken nicht spannen oder gegen den Kehlkopf drücken. Die Protektoren sollten an den richtigen Stellen sitzen und sich nicht verdrehen oder verschieben lassen. Die häufig verwendeten Stretcheinsätze an Rücken, Knien und Schultern sollten in normaler Fahrhaltung nur zu ca. einem Drittel gedehnt sein. Wer hauptsächlich im Sommer fährt und nicht unbedingt eine “wasserdichte” Kombi benötigt sollte auf Belüftungsmöglichkeiten wie z.B. Perforierungen achten. Diese sollten aber auch nicht zu groß ausfallen, da es sonst an kühlen Tagen schon mal arschkalt werden kann. Arm- und Beinabschlüsse sollten möglichst eng anliegen und lang genug sein, also bis zum Fußknöchel bzw. Handgelenk reichen. Eine maßgeschneiderte Kombi bietet sicherlich die besten Voraussetzungen die ideale Kombi zu finden. Einige Kombihersteller bieten in den umsatzschwachen Wintermonaten die Maßanfertigung sogar ohne Aufpreis an. |
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