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Helmpflege

Warnung:

Wer seinem Helm etwas Gutes tun will, sollte mit bedacht vorgehen. Erstens ist er wohl der wichtigste Bestandteil der Schutzkleidung und zweitens hat man schnell mehr versaut als verbessert. Kommt der Helm mit den falschen Mitteln in Kontakt, ist die überlebenswichtige Schutzwirkung schnell dahin. Und das war`s dann. Deshalb die Hinweise auf dem Etikett des Pflegemittels genau beachten. Bei Unsicherheiten lieber den Hersteller (Helm oder Pflegemittel) kontaktieren.

Helmmaterialien:

Die billigste Variante einen Helm herzustellen ist die Verwendung von Thermoplasten. Dabei wird Granulat aus Acrylnitril-Butadien-Styrol (ABS), Polyamid (PA) oder Polycarbonat (PC) eingeschmolzen und im Spritzgussverfahren zu Helmschalen verarbeitet. Hierzu sind Temperaturen von ca. 300°C und mehrere Hundert Tonnen Druck nötig. Für das Spritzgussverfahren werden sehr teure Spezialformen benötigt, die sich nur rechnen, wenn große Stückzahlen hergestellt werden. Durch das Veredeln mit chemischen Zusätzen erreichen Thermoplast-Helme heutzutage eine Lebensdauer von ca. fünf Jahren (durchgefärbt) bzw. sieben Jahren (lackiert). Danach sollten Thermoplast-Helme ausgetauscht werden, da sie durch die UV-Einstrahlung spröde werden und ihre Schutzwirkung nicht mehr erfüllen können. Für Thermoplaste verwenden manche Hersteller auch spezielle Eigennamen wie z. B. “Polycarbon”, “Lexan” oder “ATR”.

Bei der nächstteureren Stufe von Helmen werden Duroplaste verwendet. Diese sind nach dem Aushärten nicht mehr verformbar. Dabei werden vorgefertigte Matten oder Gewebe von Hand, in mehreren Schichten aufeinander laminiert. Dies erhöht die Herstellungskosten. Anschließend werden die Helme in einem Heißpressverfahren ausgehärtet. Duroplast-Helme haben eine Lebensdauer von ca. zehn Jahren und sind resistent gegen Lösungsmittel, Kraftstoffe und Chemikalien. Duroplast-Helme sind in der Regel schwerer als Thermoplast-Helme, weshalb versucht wird durch Materialkombinationen Gewicht einzusparen. Hierbei wird z. B. GfK (Glasfaserverstärkter Kunststoff) mit Carbon oder Aramid kombiniert.

Die teuerste Helmvariante sind Carbon-Helme. Carbon ist ebenfalls ein Duroplast, zeichnet sich aber durch sehr niedriges Gewicht und, richtig angewandt, hohe Festigkeit aus. Bei Carbon-Helmen wird eine Trägerschicht aus Aramid oder GfK verwendet. Einige Carbon-Helme unterbieten die 1000g Marke ohne Einbußen bei der Sicherheit. Dazu sind aufwendige Berechnungen bei der Konstruktion vonnöten.

Außenreinigung:

Insektenreste, Straßenstaub usw. müssen erst mal angelöst werden. Hierzu entweder ein nasses Küchentuch über den Helm legen, oder einen speziellen Insektenentferner verwenden. Dieser wird einfach auf die Helmschale aufgesprüht. Zuvor sollten jedoch alle Belüftungsöffnungen verschlossen werden. Sonst setzt sich der Reiniger im Polster fest. Beides mehrere Minuten einwirken lassen. Anschließend wird der angelöste Schmutz mit einem Schwamm und reichlich Wasser abgespült. Vorgang eventuell wiederholen. An unzugänglichen Stellen wie Belüftungsöffnungen und Abdeckungen hilft eine alte Zahnbürste. Der letzte Schliff lässt sich mit speziellen Acryllack-Polituren erreichen. Aber Vorsicht bei unlackierten Polycarbonathelmen, genau die Hinweise auf der Politur beachten. Auch nicht überlackierte Dekoraufkleber können angelöst werden. Am besten zuerst an unauffälliger Stelle testen und im Zweifelsfalle auf die Politur verzichten.

Innenreinigung:

Wer einmal seine Nase in den Innenraum seines Helmes hält, wird schnell von der Notwendigkeit einer regelmäßigen Reinigung überzeugt sein. Helme sind nicht umsonst schwarz von innen ;). Leider lässt sich das Helmpolster nur in den seltensten Fällen herausnehmen. Wer jedoch einen solchen Helm besitzt, kann das Innenleben im Schongang, bei 30°, in der Waschmaschine reinigen. Wenig Waschmittel verwenden und auf Weichspüler und andere Zusätze verzichten.

Für alle anderen gibt es spezielle Helmpolsterreiniger (z. B. von Dr. Wack oder Motorex), die einfach aufgesprüht werden. Nach kurzer Einwirkzeit mit einem feuchten Lappen wieder entfernen. Das Ergebnis kann sich sehen und riechen lassen.

helmpolsterreiniger

Visierpflege:

Auch hier muss der anhaftende Schmutz erst einmal gründlich angelöst werden. Und auch hier empfiehlt sich wieder die Methode mit dem nassen Küchentuch. Mehrere Minuten einwirken lassen und Schmutz anschließend mit einem nassen Schwamm abwischen. Vorgang eventuell wiederholen und die Innenseite des Visiers nicht vergessen. Für die kleine Reinigung unterwegs gibt es feuchte Reinigungstücher, die in jede Tasche passen.

visierreinigung

Beschlagfreie Sicht:

Jeder kennt das Problem: Das Visier beschlägt. Dazu gibt es zwei Lösungen. Erstens Antibeschlagmittel, die auf die Innenseite des Visiers aufgesprüht werden. Beim Verreiben darauf achten, dass keine Schlieren zurückbleiben, an denen sich das Licht brechen kann. Die Wirkung dieser Mittel ist jedoch meist eher durchwachsen und auch nicht von Dauer. Die Prozedur muss also regelmäßig wiederholt werden.

Die zweite Lösung sind spezielle Innenscheiben, die es als Folie oder Hardcover gibt. Zum Anbringen muss schon etwas Zeit einkalkuliert werden. Zum Anbringen der Folie zunächst die Visierinnenseite penibel reinigen und anschließend trocknen. Dabei keine fettigen Fingerabdrücke hinterlassen. Nun die Folie mit der haftenden Seite mittig auf das Visier auflegen und anschließend mit einem sauberen, fusselfreien Lappen von der Mitte aus andrücken. Hierbei dürfen keine Luftblasen zwischen Folie und Visier entstehen. Schutzfolie abziehen, fertig. Pinlock-Innenvisiere werden durch Stift ins Visier eingeklinkt. Für die Stifte müssen zunächst die entsprechenden Bohrungen angebracht werden. Am besten einen Tape-Streifen auf`s Visier kleben, um nicht abzurutschen. Niedertourig bohren und am besten mit einem 2mm-Bohrer vorbohr- en. Anschließend das Visier gründlich reinigen. Befestigungsclips am Innenvisier anbringen und das Ganze einklicken.

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