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Da die meisten der hergestellten Bikes mit einer Antriebskette ausgerüstet sind ist deren Pflege und Instandhaltung ein wichtiges Thema bei der Bike-Pflege. Sicherlich, früher oder später verschleisst jede Kette. Mit ein wenig Pflege lässt sich der Zeitpunkt des Exitus jedoch enorm herauszögern. Und da ein neuer Kettenkit ja auch nicht gerade billig ist, freut sich auch der Geldbeutel. Eine ungepflegte Kette hält meist nicht länger als 10 Tkm, 20-25 Tkm sind Durchschnitt und es sollen sogar schon Leute 50 Tkm mit einem Kettensatz geschafft haben. Abhängig ist das Ganze natürlich nicht nur von der Pflege, sondern auch von Motorleistung und Fahrstil. Sicherlich hält die Kette eines "rund" gefahrenen 50 PS Mittelklassemoppeds länger als die eines ständig auf der letzten Rille bewegten 160 PS Boliden.
Bei der Wartung und Pflege der Kette ist natürlich derjenige im Vorteil, dessen Mopped über einen Hauptständer verfügt. Wenn das Bike nur einen Seitenständer hat, muss eben ein Montageständer helfen. Brauchbare Exemplare finden sich schon für relativ kleines Geld bei den großen Shop-Ketten.
Irgendwann ist es jedoch soweit und eine neue Kette muss her. Nur welche ??? Es gibt O-Ring-, X-Ring-, XW-Ring- und Quadring-Ketten, alle jeweils endlos oder mit Schloss. Die Preise hierfür reichen für eine 530er Kette von ca. 60 € bis zum 250 € Nobelteil. Die allermeisten Motorräder sind mit O-Ring-Ketten ausgerüstet (einfach mal im Handbuch nachschauen oder notfalls den Händler fragen). Im Handbuch finden sich auch die Angaben zu Kettenbreite (520er, 530er, usw.) und die Anzahl der Kettenglieder. Hier sollten auch die Größen von Ritzel und Kettenrad vermerkt sein, im Notfall einfach am Mopped nachzählen.
Bei den O-Ring-Ketten sind die Reibflächen zwischen Bolzen und Hülsen mit einer dauerhaften Fettfüllung versehen und mit den sogenannten O-Ringen abgedichtet. Natürlich müssen diese Ketten trotzdem von außen geschmiert werden. Dies betrifft vor allem die Berührungsflächen an Kettenrad und Ritzel, sowie der Kettenglieder untereinander. Die Kette sollte also hauptsächlich auf der Innenseite geschmiert werden. Es gibt immer wieder Intelligenzbolzen, die das Kettenfett außen auftragen. Das Schmieren der Kette sollte regelmässig, abhängig von der Kilometerleistung und der Witterung (eine Tour bei kräftigem Regen kann schon genügen, um das Kettenfett komplett abzuwaschen), erfolgen. Beim Austausch der Kette sollten auf jeden Fall Kettenrad und Ritzel mit getauscht werden, da diese natürlich ebenso verschleißen. Ob man sich für eine Endloskette oder ein Exemplar mit Kettenschloß entscheidet ist letztendlich Geschmackssache. Um das Kettenschloß ordentlich vernieten zu können, benötigt man ein entsprechendes Werkzeug; dafür muss zum Austausch einer Endloskette die Schwinge ausgebaut werden. Mir persönlich sind Endlosketten lieber.
Woran erkenne ich nun eine verschlissene Kette? Hier gibt es mehrere Indizien. Im Extremfall ist die Kette mittlerweile so lang geworden, dass sie sich nicht mehr ordnungsgemäß spannen lässt. Oder aber einige Kettenglieder sind mit der Zeit steif geworden oder die Kette ist ungleichmäßig gelängt. Dies lässt sich am einfachsten herausfinden, indem man das Hinterrad dreht und dabei auf den Lauf der Kette achtet. Ändert sich der Kettendurchhang während einer Kettenumdrehung, ist die Kette ungleichmäßig gelängt. Ob einzelne Kettenglieder steif sind, lässt sich am besten prüfen, indem man die einzelnen Kettenglieder zwischen die Finger nimmt und hin und her bewegt. Bewegen sich einzelne Kettenglieder deutlich schwergängiger, steht ein Austausch an. Lässt sich die Kette am Kettenrad bis zu den Spitzen der Zähne abheben ist sie ebenfalls hinüber. Auch wenn Ritzel oder Kettenrad verschlissen sind (erkennbar z. B. an Sägezahnbildung der einzelnen Zähne) darf die Kette gleich mitgetauscht werden, da diese garantiert schon gelitten hat. Ein verschlissene Kette macht außerdem durch erhöhte Laufgeräusche und nicht zuletzt auch durch Leistungsverlust auf sich aufmerksam. Eine abgenudelte Kette kann sogar Vibrationen in den Rahmen einleiten. Last but not least geben die meisten Hersteller in ihren Handbüchern eine Verschleißgrenze für die Kette an. Hierbei wird der Abstand zwischen den einzelnen Kettengliedern gemessen.
Vor dem Schmieren der Kette sollte diese erst einmal gründlich gereinigt werden, damit der auf der Kette sitzende Schmutz nicht mit der neuen Fettschicht erst richtig haltbar gemacht wird. Zur Reinigung auf keinen Fall Benzin oder scharfe Reinigungsmittel verwenden, da diese die O-Ringe beschädigen. Es gibt spezielle Kettenreiniger, die recht einfach in der Anwendung sind. Reiniger aufsprühen und einwirken lassen (evtl. mit einer ausgedienten Zahnbürste etwas nachhelfen). Anschließend die Kette mit einem sauberen Tuch abwischen und das neue Kettenfett erst auftragen, wenn die Kette völlig getrocknet ist. Ich persönlich habe sehr gute Erfahrungen mit dem Kettenreiniger von Castrol gemacht. Zum einfetten der Kette das Hinterrad langsam drehen und die Innenseite der Kette besprühen. Lieber öfter eine dünne Schicht auftragen als zweimal im Jahr die Kette "zuzukleistern". Das überschüssige Fett geht sowieso sehr schnell fliegen und versaut nur Schwinge und Felge. Den Sprühstrahl außerdem nie in Richtung Hinterreifen richten, sonst gibts eventuell eine böse Überraschung. Der Außenseite der Kette genügt ein dünner Überzug mit Kettenfett. Nach dem Einfetten das Kettenfett ca. 15 Min. trocknen lassen. Ich verwende immer das weiße Kettenspray O-R von Castrol. Das Zeug haftet gut und durch die weiße Farbe sehen Felge und Schwinge nicht immer gar zu versifft aus. Sowohl zum Reinigen als auch zum Fetten am besten Zeitungspapier oder Karton unters Mopped legen, der Garagenboden wird es euch danken.
Das wichtigste Kapitel rund um die Kette ist aber sicherlich das richtige Einstellen des Kettendurchhanges. Ein Kettenriss ist sicherlich mit das Unangenehmste was einem Moppedfahrer passieren kann. Deshalb sollte das Risiko durch eine zu stramme oder zu lockere Kette, sowie eine sich durch zu wenig Fett erhitzende Kette, möglichst minimiert werden. Ob die Kette nun zu straff gespannt ist, was neben dem Risiko, dass die Kette beim einfedern überansprucht wird, auch das Getriebeausgangslager ruiniert, oder ob die Kette zu locker ist, vom Kettenrad springt und sich verklemmt ist letzten Endes Wurst. Deshalb lieber die Kettenspannung regelmässig (nicht zweimal im Jahr) kontrollieren und gegebenenfalls einstellen. Wie die Kettenspannung richtig eingestellt wird und welches Spiel vorhanden sein muss steht im Handbuch des Moppeds. Als Faustregel gilt jedoch, dass in voll eingefedertem Zustand noch minimales Spiel vorhanden sein muss. Um mir die Arbeit beim Einstellen des Kettendurchhanges zu erleichtern, habe ich mir ein kleines Holzklötzchen zurechtgesägt, das bei korrekt eingestelltem Spiel gerade ohne Widerstand zwischen Schwinge und Kette passt. Dadurch erspare ich mir das lästige ständige Nachmessen mit dem Zollstock. Logischerweise muss das Klötzchen immer an der gleichen Stelle zwischen Kette und Schwinge geschoben werden (am besten eine kleine Markierung an der Schwinge anbringen). Nach dem eigentlichen Einstellvorgang alle Schrauben wieder fest anziehen und den Kettendurchhang erneut an mehreren Stellen der Kette prüfen. Jetzt muss eigentlich nur noch die Kettenflucht kontrolliert werden. Hierzu sind an der Schwinge in der Regel auf beiden Seiten Markierungen angebracht. Die Radachse sollte auf beiden Seiten an der gleichen Position sitzen. Da es sich bei diesen Markierungen aber nur um grobe Richtmarken handelt, kann hier ein entsprechendes Messgerät weiterhelfen. Ein solches Gerät wird von der Firma Profi Products unter dem Namen "Profi Laser Cat" angeboten.
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