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Die Arbeiten werden hier anhand meiner 12er Bandit Kult beschrieben, gelten aber Grundsätzlich für alle Motorräder. Die Arbeiten können sich dann aber von den hier aufgeführten unterscheiden. Die angegebenen Werkzeuge und Drehmomente beziehen sich ebenfalls auf meine 12er Kult. Werden die Arbeiten an anderen Maschinen ausgeführt, bitte die entsprechenden Angaben des Herstellers beachten.
Da die meisten der hergestellten Bikes mit einer Antriebskette ausgerüstet sind ist deren Pflege und Instandhaltung ein wichtiges Thema bei der Bike-Pflege. Sicherlich, früher oder später verschleisst jede Kette. Mit ein wenig Pflege lässt sich der Zeitpunkt des Exitus jedoch enorm herauszögern. Und da ein neuer Kettenkit ja auch nicht gerade billig ist, freut sich auch der Geldbeutel. Eine ungepflegte Kette hält meist nicht länger als 10 Tkm, 20-25 Tkm sind Durchschnitt und es sollen sogar schon Leute 50 Tkm mit einem Kettensatz geschafft haben. Abhängig ist das Ganze natürlich nicht nur von der Pflege, sondern auch von Motorleistung und Fahrstil. Sicherlich hält die Kette eines "rund" gefahrenen 50 PS Mittelklassemoppeds länger als die eines ständig auf der letzten Rille bewegten 160 PS Boliden.
Benötigtes Material und Werkzeug: - Kettenreiniger
Kette reinigen: Das reinigen und schmieren der Kette sollte grundsätzlich nach der Ausfahrt erfolgen. Erstens verteilt sich das Kettenfett auf der noch warmen Kette besser und zweitens hat es bis zur nächsten Tour genügend Zeit vernünftig anzutrocknen. 1.) Maschine auf den Hauptständer stellen. 2.) Kette gründlich mit Kettenreiniger einsprühen, damit der auf der Kette sitzende Schmutz nicht mit der neuen Fettschicht erst richtig haltbar gemacht wird. Hinterrad dabei von Hand weiterdrehen. 3.) Reiniger nach Herstellerangabe einwirken lassen. Hartnäckigen Verschmutzungen mit der alten Zahnbürste zu Leibe rücken. 4.) Kette mit fusselfreiem Lappen trocknen. Hinterrad dabei wieder von Hand weiterdrehen. Zur Reinigung auf keinen Fall Benzin oder scharfe Reinigungsmittel verwenden, da diese die O-Ringe beschädigen. Keinesfalls mit dem Motor das Rad antreiben, sonst sind schnell ein paar Finger futsch. 5.) Kette ein bis zwei Stunden trocknen lassen. Ich persönlich habe sehr gute Erfahrungen mit dem Kettenreiniger von Castrol gemacht. Nicht vergessen ab und zu das Kettenblatt zu reinigen und auch die Ritzelabdeckung mal abschrauben und darunter “klar Schiff” machen.
1.) Kette auf der Oberseite (die zu Ritzel und Kettenblatt zeigende Seite) mit Kettenfett einsprühen. Zum einfetten der Kette das Hinterrad langsam von Hand drehen. Dabei vor dem Reifen nach vorne sprühen, damit das Fett nicht auf dem Reifen landet. Lieber öfter eine dünne Schicht auftragen als zweimal im Jahr die Kette "zuzukleistern". Das überschüssige Fett geht sowieso sehr schnell fliegen und versaut nur Schwinge und Felge. Den Sprühstrahl außerdem nie in Richtung Hinterreifen richten, sonst gibts eventuell eine böse Überraschung. 2.) Außenseite der Kette dünn mit Kettenfett einsprühen. 3.) Kettenfett ca. 3 Std. trocknen lassen. Ich verwende immer das weiße Kettenspray O-R von Castrol. Das Zeug haftet gut und durch die weiße Farbe sehen Felge und Schwinge nicht gar zu versifft aus. Sowohl zum Reinigen als auch zum Fetten am besten Zeitungspapier oder Karton unters Mopped legen, der Garagenboden wird es euch danken.
Für Sauberkeitsfanatiker und bequeme Menschen gibt es den Kettenmax. Dies ist eine Vorrichtung zum reinigen und schmieren der Kette. Hiermit werden Kettenreiniger und Kettenfett exakt an die Stellen gebracht, wo sie hingehören. Überschüssiger Reiniger und Kettenfett werden in einem Behälter aufgefangen. Der Kettenmax kostet 25€ für die Classic Version und 49,95€ für die Premium Version. (siehe Bild unten)
Für Handarbeiter gibt`s bei Louis die Grunge-Brush. Dies ist eine spezielle Bürste zum reinigen, die die Kette von drei Seiten umschliesst und sie so ratzfatz vom Schmutz befreit. Kostet inkl. Reiniger 14,95€.
Das wichtigste Kapitel rund um die Kette ist aber sicherlich das richtige Einstellen des Kettendurchhanges. Ein Kettenriss ist sicherlich mit das Unangenehmste was einem Moppedfahrer passieren kann. Deshalb sollte das Risiko durch eine zu stramme oder zu lockere Kette, sowie eine sich durch zu wenig Fett erhitzende Kette, möglichst minimiert werden. Ob die Kette nun zu straff gespannt ist, was neben dem Risiko, dass die Kette beim einfedern überansprucht wird, auch das Getriebeausgangslager ruiniert, oder ob die Kette zu locker ist, vom Kettenrad springt und sich verklemmt ist letzten Endes Wurst. Deshalb lieber die Kettenspannung regelmässig (nicht zweimal im Jahr) kontrollieren und gegebenenfalls einstellen. Wie die Kettenspannung richtig eingestellt wird und welches Spiel vorhanden sein muss steht im Handbuch des Moppeds. Als Faustregel gilt jedoch, dass in voll eingefedertem Zustand noch minimales Spiel vorhanden sein muss. Benötigtes Material und Werkzeug: - Schlüssel SW24 für die Achsmutter
Kettenverschleiss prüfen: 1.) Maschine auf den Hauptständer stellen. 2.) Hinterrad von Hand drehen. Läuft die Kette “rund” oder sind einzelne Glieder steif ? Sehen die Zähne an Ritzel oder Kettenblatt aus wie Haifischzähne ? Dann ist eine neue Kette fällig. 3.) Den Abstand zwischen 21 Kettenbolzen mit Schieblehre messen. Ist dieser größer als 319,4 mm ist die Kette zu stark gelängt und muss ebenfalls ausgetauscht werden. Ist alles im grünen Bereich, kann die Kettenspannung kontrolliert werden.
Kettenspannung kontrollieren: 1.) Maschine vom Hauptständer nehmen und am besten von einem Helfer halten lassen. 2.) In der Mitte zwischen Kettenblatt und Ritzel mit dem Massband das Spiel der Kette messen. Dies muss 20 - 30 mm betragen. Um mir die Arbeit beim Einstellen des Kettendurchhanges zu erleichtern, habe ich mir ein kleines Holzklötzchen zurechtgesägt, das bei korrekt eingestelltem Spiel gerade ohne Widerstand zwischen Schwinge und Kette passt. Dadurch erspare ich mir das lästige ständige Nachmessen mit dem Zollstock. Logischerweise muss das Klötzchen immer an der gleichen Stelle zwischen Kette und Schwinge geschoben werden (am besten eine kleine Markierung an der Schwinge anbringen). Ist das Kettenspiel zu gross oder zu klein, muss neu eingestellt werden.
1.) Maschine auf den Hauptständer stellen 2.) Achsmutter (SW24) und Sicherungsmuttern der Kettenspanner (SW12) lösen. 3.) Kette mit Hilfe der Kettenspanner, gleichmässig auf beiden Seiten, Spannen bzw. lösen. 4.) Kettenspannung wie oben beschrieben prüfen. Gegebenenfalls weiter spannen oder lösen. 5.) Ist alles korrekt eingestellt, Achsmutter (100 Nm) und Sicherungsmuttern der Kettenspanner wieder anziehen. Nach dem anziehen der Muttern den Kettendurchhang erneut prüfen. Jetzt muss eigentlich nur noch die Kettenflucht kontrolliert werden. Hierzu sind an der Schwinge auf beiden Seiten Markierungen angebracht. Die Radachse sollte auf beiden Seiten an der gleichen Position sitzen. Da es sich bei diesen Markierungen aber nur um grobe Richtmarken handelt, kann hier ein entsprechendes Messgerät weiterhelfen. Ein solches Gerät wird von der Firma Profi Products unter dem Namen "Profi Laser Cat" angeboten.
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