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Kettentechnik

Irgendwann ist es  soweit und eine neue Kette muss her. Nur welche ??? Es gibt O-Ring-, X-Ring-, XW-Ring- und Quadring-Ketten, alle jeweils endlos oder mit Schloss. Die Preise hierfür reichen für eine 530er Kette von ca. 60 € bis zum 250 € Nobelteil. Die allermeisten Motorräder sind mit O-Ring-Ketten ausgerüstet (einfach mal im Handbuch nachschauen oder notfalls den Händler fragen). Im Handbuch finden sich auch die Angaben zu Kettenbreite (520er, 530er, usw.) und die Anzahl der Kettenglieder. Hier sollten auch die Größen von Ritzel und Kettenrad vermerkt sein, im Notfall einfach am Mopped nachzählen.

Bei den Dichtring-Ketten sind die Reibflächen zwischen Bolzen und Hülsen mit einer dauerhaften Fettfüllung versehen und mit den sogenannten Dichtringen abgedichtet. Je nachdem welche Querschnittsform diese Dichtringe haben, spricht man von O-Ring, X-Ring, Z-Ring-Ketten usw. Durch all diese Formen soll die Dichtfunktion erhöht und Reibungsverluste minimiert werden. Natürlich müssen diese Ketten trotzdem von außen geschmiert werden. Dies betrifft vor allem die Berührungsflächen an Kettenrad und Ritzel, sowie der Kettenglieder untereinander. Die Kette sollte also hauptsächlich auf der Innenseite geschmiert werden. Es gibt immer wieder Intelligenzbolzen, die das Kettenfett außen auftragen. Das Schmieren der Kette sollte regelmässig, abhängig von der Kilometerleistung und der Witterung (eine Tour bei kräftigem Regen kann schon genügen, um das Kettenfett komplett abzuwaschen), erfolgen. Beim Austausch der Kette sollten auf jeden Fall Kettenrad und Ritzel mit getauscht werden, da diese natürlich ebenso verschleißen. Ob man sich für eine Endloskette oder ein Exemplar mit Kettenschloß entscheidet ist letztendlich Geschmackssache. Um das Kettenschloß ordentlich vernieten zu können, benötigt man ein entsprechendes Werkzeug; dafür muss zum Austausch einer Endloskette die Schwinge ausgebaut werden. Mir persönlich sind Endlosketten lieber.

Woran erkenne ich nun eine verschlissene Kette? Hier gibt es mehrere Indizien. Im Extremfall ist die Kette mittlerweile so lang geworden, dass sie sich nicht mehr ordnungsgemäß spannen lässt. Oder aber einige Kettenglieder sind mit der Zeit steif geworden oder die Kette ist ungleichmäßig gelängt. Dies lässt sich am einfachsten herausfinden, indem man das Hinterrad dreht und dabei auf den Lauf der Kette achtet. Ändert sich der Kettendurchhang während einer Kettenumdrehung, ist die Kette ungleichmäßig gelängt. Ob einzelne Kettenglieder steif sind, lässt sich am besten prüfen, indem man die einzelnen Kettenglieder zwischen die Finger nimmt und hin und her bewegt. Bewegen sich einzelne Kettenglieder deutlich schwergängiger, steht ein Austausch an. Lässt sich die Kette am Kettenrad bis zu den Spitzen der Zähne abheben ist sie ebenfalls hinüber. Auch wenn Ritzel oder Kettenrad verschlissen sind (erkennbar z. B. an Sägezahnbildung der einzelnen Zähne) darf die Kette gleich mitgetauscht werden, da diese garantiert schon gelitten hat. Ein verschlissene Kette macht außerdem durch erhöhte Laufgeräusche und nicht zuletzt auch durch Leistungsverlust auf sich aufmerksam. Eine abgenudelte Kette kann sogar Vibrationen in den Rahmen einleiten. Last but not least geben die meisten Hersteller in ihren Handbüchern eine Verschleißgrenze für die Kette an. Hierbei wird der Abstand zwischen den einzelnen Kettengliedern gemessen.

 

Kettenmasse:

In den Katalogen der Zubehörhändler wird die Kettengröße meist als dreistellige Zahl (z. B. 532) angegeben. Diese gibt die Dimensionen der Kette bezüglich Breite (innere Weite der Buchse) und Teilung (Abstand von Bolzenmitte zu Bolzenmitte) an. Diese Werte werden in englischen Zoll angegeben.

 

Bezeichnung

Rollen

Norm

Teilung in mm / Zoll

Breite in mm / Zoll

1/2 x 3/16 x 7,75

7,75mm

415

12,7mm = 1/2”

4,76mm = 3/16”

1/2 x 1/4 x 7,75

7,75mm

420

12,7mm = 1/2”

6,35mm = 1/4”

1/2 x 1/4 x 8,51

8,51mm

420

12,7mm = 1/2”

6,35mm = 1/4”

1/2 x 5/16 x 8,51

8,51mm

428

12,7mm = 1/2”

7,94mm = 5/16”

5/8 x 1/4 x 10,16

10,16mm

520

15,88mm = 5/8”

6,35mm = 1/4”

5/8 x 5/16 x 10,16

10,16mm

525

15,88mm = 5/8”

7,94mm = 5/16”

5/8 x 3/8 x 10,16

10,16mm

530

15,88mm = 5/8”

9,53mm = 3/8”

5/8 x 3/8 x 11,10

11,10mm

532

15,88mm = 5/8”

9,53mm = 3/8”

3/4 x 3/8 x 11,96

11,96mm

630

19,05mm = 3/4”

9,53mm = 3/8”

3/4 x 3/8 x 12,07

12,07mm

632

19,05mm = 3/4”

9,53mm = 3/8”

Übersetzungsänderung:

Wer gerne die Übersetzung seine Maschine ändern möchte (Achtung !!! Muß eingetragen werden) wird bald mit einem Problem konfrontiert werden. Hat man sich für eine bestimmte Kombination aus Kettenrad und Ritzel entschieden, stellt sich die Frage, welche Kette hierfür benötigt wird. Auf der HP der Firma Kedo gibt es hierzu einen praktischen Übersetzungs-Rechner in der Rubrik Tipps + Tricks.  Kedo

 

Kettenschlösser:

Wer beim Kettenwechsel keine Endloskette verwenden will, weil es ihm zu viel Arbeit ist die Schwinge auszubauen, kann auf verschiedene, im Handel erhältliche Varianten von Kettenschlössern zurückgreifen.
Die einfachste, aber nur für leistungsschwache Maschinen geeignete Variante ist das Clip-Schloss. Hier wird wie bei einer Fahrradkette, mit einer Zange  aussen ein Clip auf die Bolzen aufgedrückt. Den Clip immer so montieren, das die geschlossene Seite in Laufrichtung zeigt.

Für leistungsstarke Maschinen geeignet sind die sogenannten Niet-Schlösser. Hier wird die äussere Kettenlasche mit Hilfe eines Spezialwerkzeuges dauerhaft vernietet. Es gibt Hohlniet-Schlösser (hierbei wird die Hohlniete mit einem Dorn aufgespreizt) und Vollniet-Schlösser (hier wird der Kopf der Vollniete plattge- drückt). Achtung !!! Es werden je nach Niet-Typ unterschiedliche Werkzeuge benötigt

Die dritte, ebenfalls für leistungsstarke Maschinen geeignete, Variante ist das Schraub-Schloss. Hier wird die äussere Kettenlasche mit zwei Muttern fixiert.

 

 

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