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Pulverbeschichten

Wenn Rahmen, Räder oder ähnliches am Bike langsam anfangen zu gammeln, oder dem Mopped einfach ein neues Aussehen verpasst werden soll, folgt meist schnell der Gang zum Lackierer des Vertrauens. Seit Jahren gibt es aber eine Alternative zum Lackauftrag, das Kunststoffbeschichten. Bei diesem Verfahren wird das zu beschichtende Teil und das Beschichtungspulver unterschiedlich elektrisch geladen und finden so den Weg zueinander. Dadurch findet das Pulver seinen Weg auch in die noch so verwinkelste Ecke. Anschließend kommt das gepulverte Teil in einen Ofen, wo bei einer Temperatur von ca. 200°C das Pulver zu einer dünnen Beschichtung mit dauerelastischer Oberffläche wird.

Logischerweise lässt sich dieses Verfahren nur bei metallischen Teilen anwenden und empfiehlt sich besonders für hochbelastete Motorradteile wie Rahmen, Schwinge, Federn, Felgen usw. Eine Beschichtung ist, im Gegensatz zu einer Lackierung, widerstandsfähiger z. B. gegen Steinschlag und schützt somit auch besser vor einem späteren Rostbefall. Die Oberffläche ist mit bloßem Auge von einer Acryl-Lackschicht nicht zu unterscheiden und beständig gegen UV-Licht, Mineralöl-Produkte und scharfe Reiniger.

Sehr wichtig, um ein gutes Beschichtungs-Ergebnis zu erzielen, sind die Vorarbeiten. Die Teile müssen sauber und fettfrei sein. Gewinde sollten mit Schrauben versehen oder verklebt werden, damit beim zwingend notwendigen Sandstrahlen die Gewinde nicht beschädigt werden. Ferner müssen sämtliche Anbauteile wie Lagerschalen, Silentblöcke oder ähnliches demontiert werden. Bei Auftragsvergabe sollte man sich vergewissern, dass der ausführende Betrieb die Teile vor dem Pulvern mit einer dünnen Grundierschicht versieht, da die aufgepulverte Schicht atmet und sich sonst Wassermoleküle den Weg unter die Beschichtung bahnen könnten.

Es ist beinahe jede gewünschte Lackfarbe, ob matt oder hochglänzend, möglich. Sogar Effekte, unterschiedliche Farben auf einem Teil und klare Überzüge sind machbar. Zur Pflege sollten kunststoffbeschichtete Teile mit etwas Hartwachs behandelt werden. Dieser schließt auch die letzten Poren und sorgt so für beinahe unbegrenzte Haltbarkeit.

Die Vorteile des Kunststoff-Beschichtens sind hauptsächlich die gute Kantenabdeckung, der gute Rostschutz und die Schlagunempfindlichleit der Oberflächen. Natürlich hat auch dieses Verfahren seine Nachteile. Die Dicke der aufgetragenen Schicht kann Passungen beeinträchtigen und die zu beschichtenden Teile müssen vorher aufwendig demontiert werden. Das Entfernen einer aufgebrachten Kunststoffbeschichtung gelingt nur im Säurebad. Und bei der Kratzfestigkeit geht das Rennen Lackierung / Kunststoffbeschichtung unentschieden aus.

 

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