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Spezialrahmen

Wer sich ein ganz besonderes, persönliches Mopped zusammenbauen möchte, oder einfach die Optik geil findet, greift zum Spezialrahmen. Die einschlägigen Verdächtigen Harris, Martek, Spondon, Rau, Egli, Seeley, Rickmann, PSS usw. geraten so schnell ins Visier des Umbauwütigen. Schrecken auch die teilweise exor- bitanten Preise nicht ab und ausreichend handwerkliches Geschick ist auch vorhanden, steht dem Eigenbau eigentlich nichts mehr im Weg. Eigentlich. Wenn da nicht der TÜV wäre.

Wobei sich bei der Qualität aktueller Fahrwerke die Frage nach dem tieferen Sinn stellt. Schliesslich waren diese Spezialrahmen einmal gedacht um die in früheren Zeiten jämmerlich wackelnden Serienfahrwerke durch geeigneteres Material zu ersetzen. So kann heutzutage eigentlich nur noch die Optik als Grund herhalten. Soll aktuelle Stangenware umgemodelt werden ist die ganze Angelegenheit noch relativ überschaubar. Jedoch wird der Grundgedanke der feinen Optik hier meist durch ein undurchdringliches Schlauchwirrwarr ad absurdum geführt. Deshalb soll in den meisten Fällen was feines luftgekühltes in`s edle Geröhr gehängt werden. Und genau hier fangen die Probleme an. Wer nach langem suchen den gewünschten Rahmen für den Motor seiner Wahl gefunden hat und diesen nun durch Einsatz nicht unerheblicher finanzieller Mittel beim Hersteller geordert hat, seine Traummaschine aufbaut und zur TÜV-Abnahme fährt, wird dort kläglich scheitern. Warum ? Ganz einfach. Gehen wir mal von folgendem Fall aus. Der luftgekühlte Treibsatz einer 98er Bandit 1200 soll in ein neues Spondon-Fahrwerk verpflanzt werden. Dabei wird aus der Suzuki eine Spondon. Und da der Rahmen noch nie im öffentlichen Strassenverkehr unterwegs war, würde der Herr im blauen Kittel als Baujahr 2009 eintragen. Damit müsste unser alter Ölschlegel aber auch alle Zulassungsbestimmungen des Jahres 2009 erfüllen. Weil es sich ja um ein “Neufahrzeug” handelt. Hierzu müsste unser Eigenbau alle Prüfungen absolvieren, die auch jedes Serienmopped beim Hersteller über sich ergehen lassen muss. Was natürlich wieder eine ganze Stange Geld kostet. Und das würde unser 98er Triebwerk nie und nimmer schaffen. Nicht ohne Grund gibt es kaum noch luftgekühlte Neufahrzeuge. Somit hätten wir also tausende von Euronen in ein Projekt gesteckt, das höchstens auf der Rennstrecke zu gebrauchen ist.

Aus der Traum vom individuellen Mopped ? Nicht ganz. Es gibt hier zwei Lösungsansätze.

Variante 1:

Man kauft anstatt eines neuen Rahmens einen gebrauchten schon einmal zugelassenen Rahmen. Dieser sollte idealerweise mindestens so alt sein, wie das Triebwerk der Spendermaschine. Damit gelten auch die seinerzeit gültigen Zulassungsbestimmungen und unser Bandit-Triebwerk ist wieder im Rennen. Aber natürlich gibt`s auch hier wieder ein Problem. Wie jedem einleuchten dürfte, sind entsprechende Rahmen dünn gesät (es werden ja halt nicht mehr) und die Wahrscheinlichkeit den einzig wahren Rahmen zu finden tendiert gegen null.

Variante 2:

Man kann den neuen Rahmen natürlich auch als “Ersatzteil” in`s Spiel bringen. Obwohl die Zulassung in Deutschland fest an den Rahmen gekoppelt ist, ist dieser trotzdem ein austauschbares Teil, wie z. B. die Felgen auch. Für diese Variante benötigen wir also den Original-Rahmen unserer Bandit und deren Tribwerk, sowie den neuen Spondon-Rahmen. Natürlich dürfen während des Austausches auch weitere Teile getauscht werden. Hier gelten die gleichen Vorschriften wie beim Umbau einer originalen Maschine. Rein theoretisch könnte also von unserem Spenderfahrzeug nur der Motor übrigbleiben. Rechtlich handelt es sich nach wie vor um dasselbe Fahrzeug. Dieses Verfahren beruht auf dem Prinzip des Bestandsschutzes. Verunfallt ihr z. B. mit einer alten Maschine und der Rahmen wird dabei irreparabel beschädigt, so soll diese Verfahren ermöglichen anstatt eines wahrscheinlich nicht mehr aufzutreibenden Originalrahmens einen Ersatz zu verwenden. Um Missbrauch vorzubeugen, wird in der Regel der Lenkkopf des Originalrahmens abgetrennt und vernichtet. Einen entsprechenden Nachweis können anerkannte Karosseriebetriebe ausstellen. Da es sich bei dieser Variante um eine TÜV-Abnahme für Fortgeschrittene handelt, sollte auf jeden Fall schon vor dem Start der ganzen Aktion ein kundiger Blaukittel mit ins Boot genommen werden. Sonst gibt`s nachher doch noch ein böses und vor allem teures erwachen.

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